Sträucher mindern den positiven Einfluss von Mooren auf den Klimawandel

Botanik | Biodiversität | Klimawandel

tanja.barendziak@uni-bremen.de | 24/01/13 | Weltweit

 

Bild: Shagnum palustre (Sumpf-Torfmoos). Quelle: http://www.botanikus.de

Bislang nahmen Moore eine bedeutende Rolle als Kohlenstoffspeicher ein. Moore bedecken zwar lediglich 3% der Landoberfläche, speichern aber 20% des organischen Kohlenstoffs. Daher sind Moore Hotspots der Kohlenstoffspeicherung und enthalten weltweit etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie die Biomasse der Wälder. Über Jahrtausende haben Torfmoore zur Abkühlung des Klimas beigetragen, indem sie der Atmosphäre Treibhausgase entzogen haben.

Über einen Zeitraum von 3 Jahren wurden vier Torfmoore in verschiedenen Höhenlagen genau beobachtet. Entlang des Höhengradienten nehmen die Abbauprodukte der Torfmoose um etwa 50% ab, da sie zunehmend durch Gefäßpflanzen, hauptsächlich kleine Sträucher, verdrängt werden.

Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, dass Gefäßpflanzen die Verfügbarkeit von Stickstoff in ihren Blättern steigern können. Dies führt zu einem erhöhten Wachstum und zwar umso mehr, je höher die Bodentemperatur ansteigt. Zusätzlich geben Gefäßpflanzen mit steigender Bodentemperatur mehr organische Substanzen durch ihre Wurzeln in den Boden ab, was wiederum Mikroorganismen im Boden zur Intensivierung ihrer Zersetzungsaktivität anregt. Dies beschleunigt den Abbau des alten Torfs und führt dazu, dass Kohlenstoff, der sonst Jahrtausende  gebunden geblieben wäre, in die Atmosphäre abgegeben wird. Auf diese Weise könnten Torfmoore in der Zukunft von Kohlenstoffspeichern zu Kohlenstoffquellen werden und so den Klimawandel weiter vorantreiben, anstatt ihn zu bremsen.

 

Hier gelangen sie zum Originalartikel: http://www.nature.com/nclimate/journal/vaop/ncurrent/full/nclimate1781.html

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