Artenvielfalt und genetische Vielfalt sind in den Alpen nicht gekoppelt

Botanik | Biodiversität | Klimawandel

Tanja Barendziak; tanja.barendziak@uni-bremen.de | 24/10/12 | Bremen, Deutschland

 

Bild: Geum montanum; Bildquelle: www.botanikus.de

Biodiversität beschreibt die Vielfalt der Lebensräume, der Arten und der Gene. In der Theorie ging man bislang davon aus, dass diese Ebenen in ihrer Vielfalt übereinstimmen: ein Gebiet mit hoher Vielfalt an Lebensräumen wäre demnach auch reich an Arten und verfügt über eine hohe genetische Vielfalt.  Eine internationale Forschungsgruppe konnte nun zeigen dass eine hohe Artenvielfalt nicht zwingend mit einer hohen genetischen Vielfalt einhergehen muss. Im gesamten Alpenraum wurden die Verbreitungsmuster von 893 alpinen Pflanzenarten untersucht.  27 dieser Arten wurden genetisch untersucht und das Ergebnis war, dass Gebiete mit hoher Artenvielfalt nicht mit den Gebieten einer hohen genetischen Vielfalt übereinstimmen.

Die Ursache hierfür sehen die Forscher in der Eiszeit und den lokalen Umweltbedingungen: die Artenvielfalt der Alpenpflanzen wird von den lokalen Umweltbedingungen beeinflusst, wohingegen die genetische Vielfalt von Prozessen geprägt wird, welche nach der letzten Eiszeit zur Wiederbesiedlung der eisfreien Gebiete führten.   Diese Ergebnisse konnten ebenfalls bei einer parallel durchgeführten Untersuchung in den Karpaten gezeigt werden.

Diese Ergebnisse haben eine große Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität im Alpenraum. Bislang wurden Schutzgebiete nämlich dort ausgeschrieben, wo seltene Arten vorkommen und wo die Lebensraumvielfalt und die Artenzahl besonders hoch waren. In der Zukunft sollen ebenfalls Schutzgebiete mit hoher genetischer Vielfalt mit einbezogen werden.  Es muss zu einer besseren Vernetzung der neuen und bestehenden Schutzgebiete kommen, um einen Austausch von Individuen und ihren Genen zu gewährleisten. Nur so kann die genetische Vielfalt langfristig erhalten bleiben.

Hier gelangen sie zum Originalartikel:  http://scinexx.de/wissen-aktuell-15174-2012-09-27.html

 

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