Klimawandel im Botanischen Garten

Botanik | Biodiversität | Klimawandel

Tanja Barendziak; tanja.barendziak@uni-bremen.de | 16/05/12 | München, Deutschland

Bild: Fragaria vesca; Bildquelle: www.botanikus.de

Seit 1950 ist die Durchschnittstemperatur in Deutschland um etwa 1 Grad Celsius gestiegen. Das erscheint zunächst zwar nicht viel, hat aber weitreichende Konsequenzen. So haben sich durch den Temperaturanstieg die Klimazonen um etwa 100 Kilometer nach Norden verschoben. Das bekommen auch die Bäume und Pflanzen zu spüren. Die Folgen des Klimawandels sind auch im Botanischen Garten in München gut sichtbar: Mediterrane Pflanzen die früher nur im Gewächshaus zu finden waren, finden ihren Weg ins Freiland und verdrängen dort unsere einheimischen Arten.

Cyclamen hederifolium, das Efeublättrige Alpenveilchen, lebt vorwiegend im Mittelmeerraum und hat noch vor etwa 20 Jahren im Gewächshaus überwintert. Doch seit einigen Jahren überlebt es auch in der Freilandabteilung des Botanischen Gartens in München. Die Winter sind mild genug und so hat sich das mediterrane Alpenveilchen inzwischen überall im Botanischen Garten angesiedelt.

Auch die heimische Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) hat Konkurrenz bekommen. Die Scheinerdbeere (Duchesnea indica), die ursprünglich aus Indien stammt, hat ihren Weg aus dem Gewächshaus gefunden und wächst nun bevorzugt an Orten, an denen auch die einheimische Wald-Erdbeere gut gedeiht. Sie sieht der einheimischen Walderdbeere sehr ähnlich, ihr Geschmack ist allerdings eher enttäuschend. Im Zuge des prognostizierten Klimawandels besteht die Möglichkeit, dass die Scheinerdbeere die heimische Wald-Erdbeere komplett verdrängt.

Erfahren sie hier mehr über den Klimawandel im Botanischen Garten.

 

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